Eine Zierde - das verrät schon der Name - sind Schlammteiche selten: In ihnen
werden Klärschlamm, Bohrschlamm oder ähnliche flüssige Böden, die zum Teil
als Sonderabfälle deklariert werden, gespeichert. Umso wichtiger ist es,
dass Schlammteiche so aufbereitet werden, dass sie dauerhaft gefahrlos für
die Umwelt bleiben. Nach Fertigstellung fügen sie sich harmonisch in die
Landschaft ein, wenn sich die Natur die Fläche neu erobert.
Bevor jedoch mit einem solchen Projekt begonnen werden kann, gilt
es verschiedene Fragen zu klären: Da die Fläche später fast immer
begeh- oder sogar befahrbar sein soll, muss der Schlamm entsprechend
stabilisiert werden. Wie kann dies möglichst kostengünstig und mit
geringem Aufwand geschehen?
Bei manchen Teichen ist die bodenmechanische Datenlage sehr gut, die
Planer können die Bodenbeschaffenheit des Untergrunds eindeutig bestimmen.
Bei anderen Gruben dagegen ist weitgehend unbekannt, mit welcher Situation
man es zu tun hat.
Entscheidend ist es deshalb, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln,
das heißt Produkte einzusetzen, die den jeweiligen Anforderungen
gerecht werden. Ist der Schlamm sauer oder basisch?
Welche Zugfestigkeiten sind nötig? ...
Als Hersteller von Geokunststoffen verfügt die Firma HUESKER über
jahrzehntelange Erfahrung, die sicherstellt, dass auch bei einem
Projekt mit Unbekannten das bestmögliche Ergebnis erzielt wird.
Zwei Projektbeispiele zeigen, wie sich mittels des intelligenten
Einsatzes verschiedener Geokunststoffe solch maßgeschneiderte Lösungen
verwirklichen lassen.
Tagebaurestloch "Grube Hoffnung"
Die ehemalige Tongrube, südlich von Helmstedt in Sachsen-Anhalt
gelegen, diente nach ihrer Stillegung als Sonderabfall-Deponie.
Nach deren Schließung hatte sich die Grube mit Regenwasser gefüllt,
stellenweise bis mehr als zwei Meter über der Schlammoberfläche.
Der Schlamm selbst stellte sich als thixotrop heraus: Unter
Krafteinwirkung verändert sich die Viskosität, das heißt der
Schlamm verflüssigt sich. Weil zudem der Schlamm an einigen Stellen
steifer war als an anderen, entschied man sich für den variablen
Einsatz zweier HUESKER-Produkte: Zunächst sollte ein Vlies verlegt
werden - in den Bereichen mit festerem Schlamm sollte eine einlagige,
in jenen mit weicherem eine zweilagige Bewehrung mit Geogittern vom
Typ Fornit® folgen, ein Produkt das
sich bereits bei zahlreichen Baumaßnahmen bewährt hat.
Erfahrung und Umsicht zahlen sich aus
Bei der Durchführung stellte sich heraus, dass schon das Aufbringen
des Vlies´ den Schlamm an den höhergelegenen Stellen der Grube so
stabilisierte, dass der Untergrund begehbar war. So konnten die
Vliesbahnen teilweise von Hand ausgelegt werden. Auch die Verlegung
des Geogitters und die Überdeckung mit dem Tragschichtmaterial ging
gut vonstatten.
Anders stellte sich die Lage jedoch im tiefergelegenen Teil der Grube
dar: Hier war der Schlamm viel weicher, geworfene Steine verschwanden
teilweise spurlos in der grau-braunen Masse. Doch die erfahrenen
Planer und der Bauunternehmer nutzten die kalte Witterung und
verlegten einen Teil des Vlieses und der Geogitter, als der Boden
angefroren war. Zusätzlich ging man äußerst behutsam vor - so wurde
das Tragschichtmaterial in nur zehn Zentimeter dicken Schichten von
verschiedenen Stellen eingeschoben. Als Abdichtungselement wurde
schließlich eine 30 Zentimeter dicke Tonlage eingebaut. Ergebnis von
so viel Umsicht: Das Projekt "Grube Hoffnung" konnte in diesem Frühjahr
nach anderthalbjähriger Bauzeit ohne Verzögerung abgeschlossen werden.
Bohrspülungsdeponie Victorbur
Die Bohrspülungsdeponie Victorbur, nahe Aurich inmitten einer
Moorlandschaft gelegen, ist ein gutes Beispiel dafür, wie durch
die Kombination verschiedener geotextiler Materialien mit anderen
Baustoffen eine umweltverträgliche und dennoch günstige Aufbereitung
eines Schlammteichs möglich ist. Zugleich lässt sich anhand dieses
Beckens zeigen, wie ein solcher großflächiger Teich mit nur einem
einzigen Großpanel abgedeckt werden kann - und so auch bei einem
engen Zeitplan (es war hier nur eine Bauzeit von wenigen Monaten
vorgesehen) ein optimales Ergebnis erzielt werden kann.
In Victorbur hatte man eine Situation, die eine Kombi-Lösung
erforderlich machte: Comtrac® M - ein
hochmodules Bewehrungsmaterial kombiniert mit einem
HaTe® -Vlies - schien der
geeignete Ansatz für den hohen pH-Wert (10,6) und die benötigte
Zugfestigkeit zu sein. Zwar wäre der Rohstoffpreis eines Produkts
aus Polypropylen günstiger gewesen - doch hätte man dieses in
Einzelbahnen verlegen müssen; so jedoch benötigte man nur ein
einzelnes Panel.
In Absprache mit dem Planungsbüro EN-PRO-TEC Nordhorn kam man
bei HUESKER zu der Überzeugung, dass eine Verankerung dieses
Großpanels in einem Graben optimal wäre: So wurde einerseits die
Standfestigkeit innerhalb des Beckens gewährleistet, andererseits
konnte verhindert werden, dass Schlamm in die umliegende
Naturschutzlandschaft quillt.
Hightech und Handarbeit
Bei der Herstellung des Panels im westfälischen Gescher zeigte
sich, dass im Bereich Geosynthetics eine Mischung aus Hightech
und präziser Handarbeit nötig ist: Im HUESKER-Werk wurden Geogitter und
Vlies zu einem Kombinationsprodukt vom Typ
Comtrac® M vernäht - vor Ort wurden
dann die Bahnen von Hand mit einer Doppelnaht zusammengenäht.
Dank der guten Vorplanung konnte das Großpanel mit Hilfe von zwei
Seilwinden und zwei Baggern in das vorbereitete Becken zügig und
störungsfrei verlegt werden. Noch am selben Nachmittag konnte man
damit beginnen, das Panel sauber auszurichten - am nächsten Morgen
wurde der innere Verankerungsgraben bereits mit Sand gefüllt.
Neben Comtrac® M steckt noch ein weiteres
Produkt aus der HUESKER-Palette unter der Begrünung, dies zeigt der
Blick auf den Querschnitt des Oberflächenabdichtungssystems: Die
Drainmatte Enkadrain® sorgt dafür, dass sich der versickernde
Niederschlag nicht auf der Abdichtung aufstaut, sondern schadlos
abgeführt wird.
Insgesamt verdeutlicht das Beispiel Victorbur, wie effektiv sich
ein Großpanel bei kleineren Schlammteichen bis ca. 2-3 Hektar
einsetzen lässt. Der Einbau konnte sehr rasch erfolgen und der
Untergrund war so stabil, dass sowohl die abschließende Überdeckung
und Verfüllung als auch der Einbau der Rekultivierungsschicht in
einer Kombination aus Pistenbullys auf der Fläche und einem
Langarmbagger am Rand erfolgen konnte.
Zwei Projekte - eine Lösung: Maßgeschneiderte HUESKER-Produkte
Das Tagebaurestloch "Grube Hoffnung" und die Bohrspülungsdeponie Victorbur -
zwei unterschiedliche Schlammteiche, die jedoch eines deutlich machen:
Es lohnt sich, abzuwägen, welche Produkte das beste Ergebnis versprechen.
Dabei, das zeigt der Fall Victorbur, kann es durchaus auch sinnvoll sein,
Rohstoff-Mehrkosten in Kauf zu nehmen, wenn dies einen einfacheren
Arbeitsaufwand bedeutet. Vor allem wird anhand beider Projekte deutlich,
dass gerade bei Schlammteichabdeckungen kein Objekt dem anderen gleicht -
und es besonders hier auf maßgeschneiderte Lösungen ankommt, mit denen die
Firma HUESKER seit Jahrzehnten Erfahrung hat.
Foto:
Quellhinweis: HUESKER

Abb. 1 (3.1-6):
Im südlichen Bereich der Grube Hoffnung reichten bereits im Randbereich außerhalb der Grube
Lasten von Baugeräten, um einen Grundbruch in dem weichen Schlamm zu erzeugen.

Abb. 2 (3.2-11):
Dank der guten Vorplanung konnte das Großpanel in das vorbereitete Becken zügig
und störungsfrei verlegt werden. Anschließend wurde das Panel sauber ausgerichtet
und der innere Verankerungsgraben mit Sand gefüllt.
Grafik:
Quellhinweis: EN-PRO-TEC, Nordhorn

Grafik 1 (3.2-12):
Systemzeichnung Oberflächenabdichtung Bohrspülungsdeponie Victorbur
Neben Comtrac® M - einem Komposit aus Geogitter und Vlies - steckt noch
ein weiteres Produkt aus der HUESKER-Palette unter der Begrünung, die
Drainmatte Enkadrain® sorgt dafür, dass sich versickernder Niederschlag
nicht auf der Abdichtung aufstaut, sondern schadlos abgeführt wird.
|